Hunde aus dem Ausland

Dieser Beitrag soll Ihnen als Information dienen und rückhaltlos Vor- und Nachteile eines Hundes aus dem Ausland aufzeigen. Denn nur wenn Sie beide Seiten kennen, können Sie sich vorbehaltlos gegen einen ausländischen Hund entscheiden oder die „Herausforderung“ annehmen und das „Abenteuer Auslandshund“ bestehen *ggg*

Wer kennt sie nicht, die Beschreibungen der Ausländer, die vorwiegend im Fernsehen oder auch in der Presse zu Tage treten. Entweder es handelt sich um die positive Variante „Lobeshymne“ über den sooo sozialen, nuuur lieben, völlig unproblematischen, robusten und gesunden Everybodys´ Darling oder es handelt sich um die negative Abart, á la Unkenruf vom verhaltensgestörten, ewig kranken, verwilderten Ausländer, der in Deutschland nur dafür sorgt, dass er einem Tierheimhund das Zuhause wegnimmt.

Sicher gibt es jeweils einen geringen Anteil an Auslandshunden, auf die eine der beiden Beschreibungen zutrifft, aber die Regel ist keines der beiden aufgezeigten Bilder – vielmehr handelt es sich meist um eine Mischung aus beiden Formen.

Weshalb wir hier gerade auf die Besonderheiten eingehen, die zu Schwierigkeiten führen können hat einen Grund: Wir tun es, um sowohl den Besitzern von ausländischen Hunden, die sich evtl. bereits mit diesen Problemen konfrontiert sehen zu helfen, als auch für die Hunde, die noch kein endgültiges Zuhause gefunden haben: Menschen, die einen aus dem Ausland kommenden Hund adoptieren möchten, sollen wissen, was auf sie zukommen KANN und sollen sich dieser Verantwortung bereits im Vorfeld bewusst sein, um sich im Ernstfall dem Problem mit Hintergrundwissen stellen zu können und sich nicht zu entziehen! Für den Adoptierten würde dies nämlich bedeuten, ein zweites mal seine gewohnte Umgebung, sein Umfeld zu verlieren und evtl. sogar eingesperrt in einem Tierheimzwinger zu landen, womit die Hunde unter Umständen mehr Probleme haben, als an ihrem Ursprungsort frei zu leben.

Als ein viel gepriesener Vorteil der ausländischen Hunde, wird immer wieder deren hohe Sozialverträglichkeit genannt. Dies ist sicher korrekt, wenn die Tiere in Gruppen oder sogar gewachsenen Rudeln leben und sich innerhalb dieses Gefüges Ressourcen teilen, wenn diese in ausreichendem Umfang vorhanden sind (Ressourcen sind z. B. Nahrung, Revier, „Eigentum“ etc.). Es gibt aber auch das Gegenteil: Hunde die nicht gut mit (gleichgeschlechtlichen) Artgenossen auskommen, weil sie andere Hunde nur als Konkurrenten im Bezug auf Ressourcen kennen gelernt haben (Nahrung ist dann Mangelware, die Reviere sind sehr klein und eng etc.)

Im Folgenden listen wir Ihnen stichpunktartig weitere Probleme auf, die als Mitbringsel zusammen mit dem Hund im Verhaltensbereich einziehen können:

  ängstliches Verhalten
  Jagdleidenschaft
  Mäkelige Fresser
  Pariaverhalten
  Verselbständigung
psychische Spätfolgen

Alle diese Probleme können mehr oder minder stark ausgeprägt vorhanden sein und auch durch weitere ergänzt. Sorgen Sie dafür, dass Ihr zukünftiger Schützling aufjedenfall ausreichend Liebe, Zeit und Verständnis bekommt. Gewöhnen Sie ihn langsam an das Futter was Sie vorhaben ihm zu geben und sorgen Sie dafür, dass das Tier ausreichend trinkt. Stressbedingt kann der Neuankömmling seinen Durst schnell vergessen. Dehydration ist die Folge und kann für den Hund gesundheitliche Schäden bedeuten. In ganz besonders schwierigen Fällen hilft nur eine Infusion durch den Tierarzt. Also gilt, beobachten Sie Ihren Hund, flößen Sie ihm Wasser ein. Fördern Sie die Trinklaune durch z.B. Trinkbrunnen. Es gibt sehr schöne, wohnraumgerechte Brunnen. Dieser Katzentrinkbrunnen von Miaustore ist ein Beispiel dafür, wie man unschöne Wassernäpfe aus dem Wohnraum verbannt und ein stylisches, neues Accessoires aufstellt, welches einem Sinn nach kommt und zudem gut aussieht. Alle Trinkbrunnen lassen sich natürlich auch auf Hunde übertragen. Die Größe des Tieres ist hier entscheidend.

Typische Auslandskrankheiten

Nicht zu vergessen sind auch die typischen ausländischen Krankheiten, von denen im Prinzip jeder Hund der sich in einer endemischen Region aufhält befallen werden kann (auch IHR Hund, den Sie mit in den Urlaub nehmen!). Informieren Sie sich deshalb bitte hier:

  Babesiose
  Borreliose
  Dirofilariose
  Ehrlichiose
  Hämobartonellose
  Hepatozoonosis
  Leishmaniose
  Prozessionsspinnenraupen
  Sticker Sarkom (in Bearbeitung)

Sollten Sie mit dem Gedanken spielen, einen ausländischen Hund zu adoptieren, lassen Sie den Hund auf die im Ursprungsland gängigen Krankheiten testen (am besten noch im Urlaubsland, da dies um ein Vielfaches günstiger ist!)! Selbes gilt natürlich auch für Besitzer von Ausländern, die noch nicht getestet wurden. Werden die Krankheiten bereits im Anfangsstadium erkannt, ist die Aussicht auf einen milden Verlauf wesentlich höher, als bei einem bereits krankheitsgeschwächten Tier! Die Kosten für die Behandlung steigen mit der Intensität der Infektion an, da meist Folgeinfektionen und rehabilitierende Maßnahmen zusätzlich getroffen werden müssen.

Wir hoffen nun, dass wir Ihnen mit den Aufzählungen keine Angst eingejagt haben, dies liegt uns wirklich fern! Natürlich können Sie auch Glück haben und Ihr Hund gehört zu der Spezies freundlich, gut sozialisiert, charakterstark und gesund!

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